Trustcloud – Online-Reputation durch Transparenz und Vertrauenswürdigkeit

25. Oktober 2012 | | 4 Kommentare mehr
Trustcloud-Logo

Trustcloud: Das 2009 gegründete Online-Reputations-Management-Unternehmen sitzt in New York.

Namen genießen Vertrauen. Personen beeinflussen andere. Oder sie tun es nicht. Antworten auf die Frage nach dem Warum werden intensiv gesucht. Lassen sich Einfluss, Vertrauen, Reichweite und Wirkung von Online-Profilen messen? Mehr oder weniger sinnvolle Lösungen existieren. Einen interessanten Ansatz verfolgt der US-Anbieter Trustcloud. Er versucht, Online-Reputation anhand von Transparenz und Vertrauenswürdigkeit zu messen.

Mit Transparenz und Vertrauen die Reputation verbessern

In der Offlinewelt sind Vertrauen und Transparenz Kriterien für Wertschätzung. Wer Vertrauen genießt und vertrauenswürdig ist, dem wird geglaubt. Wer offen und ehrlich agiert, wird geachtet und wertgeschätzt. Diese Verhaltensmuster und Bewertungsschemata überträgt Trustcloud auf die Onlinewelt.

Der Trustcloud-Ansatz zeichnet ein offline lange gewohntes Bild. Die beste Online-Reputation genießt, wer sich im Social Web offen und vertrauenswürdig verhält und beteiligt. Die passende Gewichtung der Faktoren erledigt das Bewertungssystem des Online-Reputations-Diensts.

Trustcloud erstellt TrustScore aus Nutzerdaten

Damit das klappt, sind einige Daten anzugeben. Zum einen hinterlegt man die üblichen Netzwerkverbindungen. Facebook, Twitter, LinkedIn, Google+ (funktionierte leider nicht), eBay und andere stehen zur Verfügung. Auch der Konkurrent Kloud wird angeboten. Quora, Ask, Yelp und Yahoo Answers komplettieren – noch nicht nutzbar – das Feld. Zum anderen sammelt Trustcloud persönliche Daten wie E-Mail-Adressen, Mobilfunknummern und – man höre und staune – die Postadresse.

Die Nutzerdaten werden konsequent verifiziert: E-Mails mit Bestätigungsnachrichten, Mobilfunknummern per SMS. Neu ist, dass die Postadresse in die Berechnung des TrustScores einfließt. Die Anschrift wird durch die Zusendung einer Postkarte verifiziert. Im Test lagen zwischen der Registrierung und dem Eintreffen der Karte fünf Tage.

Mit TrustScore und TrustCard im Social Web unterwegs

Trustclouds Trustcard

Trustclouds Trustcard zur Verwendung in anderen Websites, Online-Profilen usw. (Bild 2)

Mit Hilfe der gesammelten Daten überwacht Trustcloud das Verhalten des Nutzers. Laut eigenen Angaben spielen dabei Beständigkeit im Tun, Freigiebigkeit (gerne teilen) und Transparenz eine große Rolle. Spezialisten helfen bei der Analyse, Auswertung und Aufbereitung der Daten. Als Beispiele nennt das Unternehmen Charles H. Green von TrustedAdvisor und das Sociology Department der Standford University.

Unter dem Strich setzt Trustcloud zur Ermittlung des TrustScores auf drei Pfeiler: Bestätigte und damit transparente Daten des Nutzers (E-Mail-Adressen, Mobilfunknummern, Postadresse), Verhalten in den sozialen Netzwerken (Dauer, Nachhaltigkeit, Häufigkeit und Art des Handelns) sowie Bewertungen bei Sharing-Angeboten im Internet.

Im Vergleich zum prominenten Konkurrenten Kloud ist das ein erheblicher Unterschied.

Trustclouds TrustCard-Badges

Trustclouds TrustCard-Badges (Bild 3)

Am Ende weist Trustcloud jedem Nutzer einen individuellen TrustScore zu. Die Skala reicht von eins (minimal) bis 1.000 (maximal). Zusätzlich verteilt der Online-Reputations-Dienst sogenannte TrustCard-Badges. Dabei handelt es sich um Icons, die Engagement und Verhalten des Nutzers verdeutlichen.

Verlinkte Netzwerke, Kontaktmöglichkeiten, Badges und der TrustScore werden in der TrustCard (Bild 2) zusammengeführt. Diese kann mit wenigen Handgriffen als Empfehlung in E-Mails, Websites usw. eingesetzt werden.

Interaktion erzeugt der Dienst mit Endorsements – den bestätigten persönlichen Eigenschaften. Freunde und Follower aus anderen Netzwerken können dem eigenen Profil folgende Charaktereigenschaften zuweisen: organisiert, verantwortungsbewusst, aufgeräumt, freundlich, mitfühlend, effizient/leistungsfähig, hilfsbereit, freigiebig/teilt gerne, rücksichtsvoll, zuverlässig und pünktlich. Fünf Bestätigungen einer Eigenschaft schalten die zugehörige Badge frei.

Fazit zu Trustcloud

Trustcloud versucht geschickt, einen anderen Weg zur Messung der Online-Reputation zu gehen. Weniger technische Kontakte (wie bei Kloud) als vielmehr persönliches Verhalten wird bewertet und von anderen Nutzern bestätigt. Damit dies gelingt, muss der Anwender seine Dienste und persönliche Daten hinterlegen. An dem Punkt könnten sich die Geister scheiden. Im datenschutzhysterierten Deutschland wird nicht jeder Handynummer und Postadresse abliefern wollen. Auch dass man als Ersatzchristus durchs Netz ziehen soll, um vernünftig bewertet zu werden, kann man unterschiedlich bewerten.

Alles in allem sollte man den Dienst im Auge behalten. Die Möglichkeit nach Namen, E-Mail-Adressen und Twitterprofilen zu suchen, verspricht interessante Informationen –  sofern man sie braucht.

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Kategorie: Online-PR

Über den Autor ()

Matthias ist der Gründer des Social-Media-Presseportals Pressehof. Er beschäftigt sich mit allen Themen rund um die Online-PR. Dazu zählen Social Media, Unternehmenskommunikation, Text, Bild, SEO-Grundlagen sowie Web- und Mobile-Apps. Im weiteren Sinn auch die allgemeine Entwicklung des Internets und seiner verschiedenen Zielgruppen.

Kommentare (4)

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  1. Danke Matthias für den guten Einblick in Trustcloud, ich kannte es tatsächlich noch nicht, wieder eine Lücke aufgefüllt …

  2. Hi Matthias,

    nutzt Du TrustCloud? Ich habe mich da mal angemeldet, aber da wenige es nutzen, habe ich es auch nicht in meinem Blog eingebaut.

    • Ich nutze es nicht, Michael. Obwohl ich Werkzeuge dieser Art toll finde. Sie erfassen mit Mathematik und Social-Media-Technik die Netzwerke ihrer Nutzer und errechnen daraus untereinander vergleichbare Werte. Der praktische Nutzwert ist allerdings fraglich. Für mich sind diese Sachen schöne Spielereien, die gewisse Aussagen zulassen, niemals jedoch Grundlage ernsthafter Bewertungen sein können.

      Andererseits gibt es Millionen von Internetnutzern, die von all dem nichts verstehen. Für sie mag eine Trustcloudzahl eine Bedeutung haben. Unter Umständen können solche Werte also Verkaufsargumente für Agenturen oder Freiberufler sein.

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