Online-PR mit Ecken und Kanten gegen weichgespülte Unauffälligkeit

11. Dezember 2012 | | 1 Kommentar mehr

Sie – ja Sie – haben freundlich, offen und kommunikativ zu sein. Weniger zählt nicht. Kritikfähig, anpassbar und schleimbereit sind ebenfalls tolle Eigenschaften. Verärgern Sie online niemals Freunde, Leser oder Kunden. Kontroverse Meinung und Online-PR geht nicht. Widerspruch? Niemals! Ein Damoklesschwert schwebt über jeder Äußerung.

Online-PR mit Ecken und Kanten gegen weichgespülte Unauffälligkeit

Mut zu klaren Ansagen und Fehlern in der Online-PR macht Persönlichkeiten aus.

PR-Agenturen erziehen ihre Auftraggeber gerne zu Weicheiern in Sachen Online-PR. Gebetsmühlenartig blubbern Berater die immer gleiche Friedensbotschaft. Es lebe der ängstliche Einheitsbrei. Ein Hoch auf die weichgespülte Unauffälligkeit. Sie schützt vor Reputationsschaden und Shitstorm. Denkt manch Berater.

Online-PR bitte ohne Weichspüler

Wollen Sie das? Wollen Sie glatt rasierte Engagements in der Online-PR? Mögen Sie – oder besser – mögen Ihre Kunden und Leser die Weichspülung? Online-PR ohne Ecken und Kanten? Alles nur noch nachhaltig, umweltfreundlich, restmüll- und rückstandsfrei? Zweifeln Sie ruhig daran. Das ist gut.

Online-PR braucht Charakter

Nichts gegen unauffällig auffällige Typen und Projekte. Aber als graue Maus vor grauem Hintergrund werden Sie zu leicht übersehen. In Pflegeleichtigkeit unerkannt zu sterben, ist nicht gut. Bei allem Verständnis für Friede, Freude, Eierkuchen: Online-PR braucht kraftvollen Ausdruck, persönlichen Stil und klare Ansagen.

Dabei kann nicht alles glatt laufen. Muss es auch nicht. Denn Fehler sind nicht so schlimm, wie Sie denken. Wer will aalglatt durchgestylte Maschinen in der Kommunikation? Niemand. Eben. Das gemeine Volk verzeiht Ihre Stolperer, solange Sie ehrlich dazu stehen.

Das glauben Sie nicht? Die RTL-Moderatorin Katja Burkhard erlebte es in den letzten Tagen am eigenen Leib. Sie bezeichnete Popsternchen Kesha als Schlampe und stand zu ihrem Missgeschick. Den Koppf riss ihr niemand ab – im Gegenteil.

Online-PR mit Persönlichkeit gewinnt

Scheuen Sie sich nicht vor Ihrer Meinung. Sagen Sie sie! Haben Sie keine Angst vor klaren Ansagen. Machen Sie sie! Verbiegen Sie sich nicht. Bleiben Sie aufrecht! Und vor allem: Bleiben Sie Sie selbst. Nichts ist schlimmer, als die nächste graue Maus zu sein. Sollte etwas schiefgehen, stehen Sie dazu.

Doch eines vergessen Sie bitte nie: Dampfplauderer und Dummschwätzer werden schneller erwischt, als der Autor Online-PR schreiben kann.

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Kategorie: Online-PR

Über den Autor ()

Matthias ist der Gründer des Social-Media-Presseportals Pressehof. Er beschäftigt sich mit allen Themen rund um die Online-PR. Dazu zählen Social Media, Unternehmenskommunikation, Text, Bild, SEO-Grundlagen sowie Web- und Mobile-Apps. Im weiteren Sinn auch die allgemeine Entwicklung des Internets und seiner verschiedenen Zielgruppen.

Kommentare (1)

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  1. Detlef Korus sagt:

    Jaja, getreu der journalistischen Regel: „Only bad news is good news“. Weil ein negatives Wort in einem einzigen Verkäufersatz 90 % der Aufmerksamkeit auf sich zieht.

    Beispiel: „Eigentlich ist dieser Artikel ganz gut“. – Worauf achtet man in diesem Satz am meisten? Richtig: das kleine – negative – Wörtchen „Eigentlich“. Buchtipp hierzu: „Emotion Selling“ (Bittner/Schwarz), exzellente Lektüre!

    Merke: Aufmerksamkeit ist nötig, um überhaupt aufzufallen. Der Umkehrschluss, dass sich mit der erzielten Aufmerksamkeit besser verkaufen lässt, greift allerdings zu kurz!

    Das PR-Kunststückchen besteht doch fast immer darin, ein Kundenproblem aufmerksamkeitswirksam zu inszenieren, um sogleich die „ideale Lösung“ werterhöhend zu präsentieren. Negative Aufmerksamkeit alleine beschädigt die Quelle rascher, als ihr lieb sein kann.

    Dass Katja Burkhard hier zielgruppenkonform losledert, sich dafür anschließend routiniert-pseudo-entschuldigt, gehört zum Geschäftsmodell des Senders und ist von daher wohlkalkuliert als quotensteigernde („Aufmerksamkeit“) „in Kauf genommen“. Von den horrenden Schadenersatzforderungen des „Schlampenanwalts“ erfahren wir hier ja nichts, ebensowenig von der „Prozesslogistik“, die das Unternehmen RTL im Streitfall stellen (finanzieren) muss.

    Ecken und Kanten helfen, aufzufallen. Als Premium-Lösungsanbieter wahrgenommen zu werden, dazu braucht es mehr.

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