Online-PR-Interview mit Thomas M. Ruthemann

23. August 2012 | | 1 Kommentar mehr
Thomas M. Ruthemann

Thomas M. Ruthemann: Die Erkenntnis, was dieses Medium mit seiner Schnelligkeit, mit seiner Reichweite sein kann, hat mich bestärkt, dass Online-PR und Social Media die Kommunikationsmittel der Wahl sind.

Für das sechste Online-PR-Interview stand Thomas M. Ruthemann aus Hannover parat. Der Freund klarer Worte und guter Texte moderiert die Gruppe Online-PR bei Xing. Er steht auf alles Britische und seinen Job als freiberuflicher Werbetexter.

Wer sind Sie und was machen Sie beruflich?

Geboren bin ich als Thomas M. Ruthemann – die meisten Menschen kennen mich jedoch als »Tom«. Hat sich halt so ergeben. Mittlerweile habe ich mein 55. Lebensjahr locker überwunden und bin beruflich als Werbetexter mit einem deutlichen Schwerpunkt auf die digitale Welt unterwegs (das nennt sich dann »TMR« Text + News-Service). Ich lebe und arbeite im schönen und grünen Hannover und man sagt mir einen deutlichen Hang zu allem Britischen nach. Was vermutlich ziemlich auf den Punkt ist – ein englisches Auto und meine Vorliebe für starken Tee mit Zucker und Milch müssen ja irgendwas bedeuten.

Was haben Sie vor zehn Jahren beruflich gemacht?

Da hatte ich gerade das erste Jahr meiner (erneuten) Freiberuflichkeit hinter mir. Nach mehr als zwölf Jahren als angestellter (Chef-)Redakteur einer Fachzeitschrift und einem kleinen Schlenker in die Kino-Werbung wurde mir klar, dass ich a) zu alt für einen Angestellten in »was mit Medien« war und b) ich eigentlich die Werbung und das Schreiben dafür einfach viel zu spannend fand, um es nicht zu machen. Und stürzte mich daher voller Elan in ein Beruf, der versprach, fast jeden Tag neue Themen zu bieten. Und da meine Neugierde schon immer mein größter Antrieb war, schien mir die Selbstständigkeit einfach ideal – immer wieder neue Kunden, immer wieder neue Themen. Hat geklappt.

Wie würden Sie Ihre beruflichen Stärken in drei Worten beschreiben?

Kundenorientiert, authentisch, kommunikativ-neugierig (ok, geschummelt, sind vier).

Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus?

Ich arbeite zurzeit im Home-Office und beginne den Tag meist damit, durch diverse Kanäle der Social Media zu scannen, gucken, was denn so seit dem Vortag passiert ist. Xing, Facebook, Google+, Twitter sind schon Pflicht. Speziell natürlich die Gruppen auf Xing, die ich moderiere. Zum einen ist da die Ambassador-Gruppe »Hannover Networking« und zum anderen die Fachgruppe »Online-PR«, die ich zusammen mit dem Kollegen Frank-Michael Preuss (der ja hier auch schon befragt wurde) betreue.

Dann folgt meist die Beantwortung von Anfragen, Angebote schreiben, Büroarbeiten usw. – und auch natürlich erste Arbeit, etwa an News-Seiten, die ich für Kunden betreue. Längere Texte schreibe ich gerne am Nachmittag und gegen Abend, da dann die anderen Arbeiten erkennbar erledigt sind und der Kopf dafür frei. Denn ich werde ja nicht für die Menge an Text, sondern vor allem auch fürs Nachdenken bezahlt – eben das, was Qualitätstext ausmacht.

Da ich vernetztes Arbeiten mit Kollegen sehr schätze (etwa mit Gero Pflüger beim Corporate Design oder André Schröder für die Realisierung von Webseiten) muss ich auch für den Austausch immer genügend Zeit mitbringen und nehme mir die auch gerne.

Was bedeutet Online-PR für Sie?

Das Medium ist Teil meines Lebens geworden, beruflich wie privat. Die Erkenntnis, was dieses Medium mit seiner Schnelligkeit, mit seiner Reichweite sein kann, hat mich bestärkt, dass Online-PR und Social Media die Kommunikationsmittel der Wahl sind. Für mich wie für Unternehmen, denen eine Präsenz im Netz wichtig ist und die damit Geschäfte machen.

Ich will damit auch auf keinen Fall andere Kanäle des Marketings entwerten. Sie haben ihre Bedeutung und sollten auch weiter benutzt werden. Es ist nur etwas Neues hinzu gekommen.

Welche Lösungen bieten bzw. nutzen Sie in Sachen Online-PR?

Neben meiner Tätigkeit als Moderator der Xing-Gruppe »Online-PR«, arbeite ich vor allem sehr eng mit Frank-Michael Preuss zusammen. Wir haben ein gemeinsames Konzept und Angebot, bei der ich web-gerechte Texte (meist Pressemitteilungen) erstelle und er diese dann durch aufwändige Verteiler an Suchmaschinen, Blogs, Social Media aber auch Presse-Portale verteilt.

Dabei entstehen sehr sehr viele Seiten in den SERPs (von Google indiziert) und auf diese Weise werden Themen und Keywords besetzt. Das Besondere ist, dass so nicht nur Multiplikatoren sondern auch gegebenenfalls Endkunden direkt erreicht werden. Und es ist zudem ein hervorragendes Instrument für ein auch wichtiger werdendes Reputations-Management.

Nicht geeignet ist dies für SEO, denn obwohl Links gesetzt werden, ist für Google natürlich erkennbar, woher der Text kommt – und es ist »Duplicate Content« und damit im Sinne der Suchmaschine nicht so wertvoll. Doch für das, was dieses Konzept will und auch erreicht, ist diese Tatsache weitgehend irrelevant.

Worauf sollten Unternehmen bei der eigenen Online-PR unbedingt achten?

Online-PR ist ein vollwertiger Kanal geworden, bei dem es weniger um den ROI als um Vertrauen geht. Er braucht Zeit, er braucht Geld und Personal. Wenn man (leider immer noch) hört, in einem Unternehmen solle das jemand quasi nebenbei machen, so tut die Person mir wirklich leid. Es ist Arbeit und gehört auch in die Arbeitszeit, nicht »nach Feierabend«, »am Wochenende« oder »wenn ich mal Zeit habe«. So funktioniert das nicht und ist auch zum Scheitern verurteilt.

Und man sollte auch klar sagen, dass es Unternehmen gibt, für die bestimmte Formen der Online-PR und der Social Media nicht nützlich sind, die sollten dann auch darauf verzichten und nicht nach dem Motto »machen doch jetzt alle« krampfhaft versuchen, dabei sein zu wollen. Noch viel mehr Dos und Donts der Online-PR finden sich auf meinem Blog (Link siehe Artikelende).

Woran arbeiten Sie momentan?

Immer wieder stehen Webseiten im Vordergrund, aber auch traditionelle Produkte wie Broschüren, Mailings oder Flyer sind zu erledigen. Immer mehr werden auch Projekte, bei denen ich News-Bereiche von Kunden mit Content fülle, um so (im Sinne von SEO) die Seiten in Bewegung und aktuell zu halten und sie gegebenenfalls auch im Ranking weiter nach oben zu schieben.

Erstaunlich ist für mich, dass ich erst in letzter Zeit solche Arbeiten mache, propagiert habe ich das bereits seit weit mehr als zehn Jahren. Offenbar habe ich damals eine Art Paradigma formuliert, dass seiner Zeit einfach einen kleinen Tick voraus war. Passiert ja.

Was tun Sie abseits des Onlinelebens gerne?

Ich fahre gerne meinen englischen Klassiker, einen MGB GT (nicht nur bei Sonnenschein, sondern 365 Tage/Jahr), trinke gerne Tee und Espresso, organisiere in Hannover eine große Gruppe englischsprachiger Ex-Pats und esse gerne Schnitzel und Currywurst genauso wie Pasta und etliches aus der großen Vielzahl indischer Gerichte. Naja, und regelmäßig Großbritannien besuchen, gehört natürlich auch dazu.

Wer oder was inspiriert Sie – egal ob privat oder beruflich?

Neue Erkenntnisse, frisches Wissen, egal ob politisch, kulturell oder technisch-wissenschaftlich – Neugierde halt. Und dazu die Vernetzung mit anderen Menschen überall auf diesem kleinen Planeten. Und zwar live genauso gerne wie über die Vielfalt der digitalen Medien.

Tom, vielen Dank für das Interview.

Im Internet findet man Thomas M. Ruthemann hier:

Webseite: http://www.profi-news.de
Blog: http://textblog.profi-news.de
Twitter: profi_youth
Google+: https://plus.google.com/106165960821352938540

Thomas M. Ruthemanns Social Stream:

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Kategorie: Online-PR-Interview

Über den Autor ()

Matthias ist der Gründer des Social-Media-Presseportals Pressehof. Er beschäftigt sich mit allen Themen rund um die Online-PR. Dazu zählen Social Media, Unternehmenskommunikation, Text, Bild, SEO-Grundlagen sowie Web- und Mobile-Apps. Im weiteren Sinn auch die allgemeine Entwicklung des Internets und seiner verschiedenen Zielgruppen.

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  1. »TMR« im Interview mit »Online-PR-Praxis« - textblog.profi-news.de | 28. August 2012

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