Online-PR-Interview mit Stefanie Bamberg

21. September 2012 | | 1 Kommentar mehr
Stefanie Bamberg

Online-PR-Expertin Stefanie Bamberg ärgert es, dass viele dahergelaufene Berater erstmal allen eine Facebook-Seite verpassen, die in vielen Fällen weder angebracht ist, noch gepflegt werden kann.

Grafik und PR: eine ungewöhnliche Kombination. Mit ihr ist die Leipzigerin Stefanie Bamberg Gast im zehnten Online-PR-Interview. Die ehemalige Chefin eines Musikclubs steht auf Japan, Querdenkerei und ihren Hund. Warum sie Authentizität, Empathie und eine zielgruppengerechte Online-PR-Strategie nahelegt, verrät sie im Gespräch.

Wer bist Du und was machst du beruflich?

Mein Name ist Stefanie Bamberg, ich bin 31 Jahre alt und freiberuflich in den Bereichen PR und Grafik unterwegs. Klassische PR liegt mir nicht so sehr. Deshalb habe ich mich auf die strategische Beratung und den Online-Bereich spezialisiert. Die Grafik ergänzt das Ganze natürlich sehr gut.

Was hat Stefanie Bamberg vor zehn Jahren beruflich gemacht?

Vor zehn Jahren steckte ich mitten in meiner Ausbildung zur Mediengestalterin. Ich schmiedete erste Pläne für das anschließende PR-Studium und organisierte nebenbei fleißig Events. Außerdem führte ich zusammen mit zwei Geschäftspartnern einen eigenen Club in Erfurt. Ins Musikbusiness bin ich relativ früh reingerutscht – mit 17 Jahren. Das hat mir wahrscheinlich die nötige Stärke für mein heutiges Wirken verpasst. Damals agierte ich mehr oder weniger alleine und als Küken in einer Männerdomäne. Das erforderte einiges an Durchsetzungskraft.

Wie würdest Du Deine beruflichen Stärken in drei Worten beschreiben?

Querdenkend. Kreativ. Mit Herzblut dabei. (Für Letzteres gibt es leider kein passendes Wort.)

Wie sieht bei Stefanie Bamberg der typische Arbeitstag aus?

Typische Arbeitstage gibt es bei mir relativ selten, da ich viele verschiedene Kunden und Projekte betreue. Aber ich versuche es mal. Vor und während des Morgenkaffees ist meist das iPad mit dabei und ich checke erstmal E-Mails, RSS-Feeds, Alerts, Twitterkonten und Facebookseiten. Wenn über Nacht User-Fragen aufgelaufen sind, die sich schnell klären lassen, beantworte ich die auch gleich. Ansonsten wandern wichtige Sachen in die Themen- und ToDo-Liste für den Tag.

Danach steht erstmal ein Spaziergang mit dem Hund an. Wenn ich wieder am Schreibtisch bin, geht’s mit Grafik, Konzeption oder Inhaltserstellung für die Kanäle meiner Kunden weiter. Zwischendurch fallen immer wieder E-Mails oder typische Community-Management-Aufgaben an, die bearbeitet werden müssen. Auch Kunden-Termine on- und offline habe ich des Öfteren.

Abende und Wochenenden sind im Normalfall für Aufgaben reserviert, für die ich absolute Ruhe brauche. Das sind zum Beispiel komplexere Grafik-Aufgaben, Präsentationen oder größere Texte.

Was bedeutet Online-PR für Stefanie Bamberg?

Online-PR ist für mich zusammen mit dem Internet eine riesengroße Spielwiese – und das meine ich durchaus auf professioneller Ebene. Was ich vor allem daran mag: Man lernt jeden Tag so unglaublich viel Neues kennen. Auch die vielen tollen Menschen, die mir in den letzten Jahren im Internet begegnet sind, möchte ich nicht missen. Nicht zuletzt könnte ich ohne das Netz und ohne Online-PR gar nicht arbeiten. Kurz gefasst: Es ist einfach mein Ding!

Gut finde ich außerdem, dass klassische PR-Mechanismen nicht (mehr) funktionieren. Während ich PR früher als sehr manipulativ und teilweise verlogen wahrgenommen habe und mir das nie gefiel, kommt man im Online-Bereich damit nicht weit. Ich war noch nie ein Freund solcher Methoden und kann und will mich auch nicht verstellen. Daher agiere ich seit jeher so, wie ich bin und arbeite auch nur für Kunden, die diese Einstellung ebenfalls teilen.

Was die Unternehmen betrifft: Es war noch nie so einfach, Effekte und Reichweite zu erzeugen. Man kommt in den meisten Fällen sehr schnell in direkten Kontakt mit seinen Kunden. Etwas Besseres kann einem gar nicht passieren. Markenbildung und Kundenbindung kann man viel einfacher und schneller vorantreiben. In den klassischen Medien war und ist das so nicht möglich. Beispiel Neuproduktentwicklung: Es ist sofort erkennbar, ob und wie die Dinge bei den Zielgruppen ankommen. Man kann sogar so weit gehen, das Produkt in Zusammenarbeit mit der Zielgruppe zu entwickeln.

Trotzdem würde ich lange nicht allen Kunden sofort dazu raten. Viele Unternehmen sind einfach noch nicht so weit oder haben Zielgruppen, die sie anders schneller erreichen. Mich ärgert es deshalb auch sehr, dass viele dahergelaufene Berater per se erstmal allen eine Facebook-Seite verpassen, die in vielen Fällen weder angebracht ist, noch gepflegt werden kann. Solche Gruselgeschichten laufen mir jeden Tag über den Weg und es ist erschreckend, wie viel Geld damit verbrannt wird.

Welche Lösungen bietest du in Sachen Online-PR?

Obwohl ich in meiner Selbständigkeit alleine unterwegs bin, kann ich für Kunden trotzdem Full-Service anbieten. Da ich Hardcore-Netzwerkerin bin (und schon immer war), was ich für mich als Grundvoraussetzung für diesen Job erachte, haben sich über die Jahre Partner-Firmen gefunden, mit denen ich fest zusammenarbeite. Dabei reicht es von Programmierern über Druckereien und PR-Agenturen für klassische PR bis hin zu Suchmaschinenoptimierern oder Textern.

Ich selbst kümmere mich im Bereich Grafik um alle möglichen Off- und Online-Dinge. Dies beginnt beim Logo und endet bei der Website oder bei der Gestaltung von Bannern und Facebook-Seiten. Was die PR betrifft, helfe ich gerne in strategischen Fragen oder konzeptionell. Das kann einzelne Maßnahmen genauso betreffen wie ganze Kommunikationskonzepte oder Markenberatung. Zum Teil spielt das dann in die Unternehmensberatung hinein. Schließlich nutzt keinem Kunden eine Kommunikationsstrategie, wenn beispielsweise die Mitarbeiter mit gegensätzlicher Einstellung unterwegs sind. Workshops sind also auch ein Teil meines Aufgabengebietes – falls erforderlich oder gewünscht. Außerdem biete ich auch Community-Management an und betreue die Auftritte von Unternehmen in den sozialen Netzwerken.

Das klingt jetzt alles in allem ein wenig wie die eierlegende Wollmilchsau. Ist es aber gar nicht, wenn man es genau nimmt. Ausbildung und Studium gaben mir die Grundlage dafür. Es sind Felder, die ineinander übergehen und sich gut ergänzen. Außerdem bin ich kein Freund von Leuten, die als Full-Service-Agentur auftreten und dann alles nur ein bisschen können, was leider viele tun. Für die Dinge, die ich selbst nicht abwickeln kann oder will, steht mein oben genanntes Netzwerk bereit.

Worauf sollten Unternehmen bei der eigenen Online-PR unbedingt achten?

Das kommt auf das Unternehmen an. Wichtig ist, sich nicht völlig anders darstellen zu wollen, als man ist. Auch wenn das Wort schon fast inflationär gebraucht wird: Eine gewisse Authentizität ist wichtig! Was auch bedeutet, dass man einen Fehler zugeben sollte, wenn man einen gemacht hat. Eben so wichtig ist Empathie. Man sollte feinfühlig auf Tendenzen und Strömungen reagieren und zuhören können. Der Rest kommt auf die Unternehmensstrategie und den sonstigen Auftritt an. Dazu passend sollten die Kanäle und Maßnahmen ausgesucht und auch die Ansprache gewählt werden. Ein pauschales Rezept kann ich da nicht wirklich ausstellen.

Woran arbeitest du momentan?

Aktuell und dauerhaft betreue ich die Kanäle der Social-Media-Akademie und einiger anderer Kunden. Des Weiteren laufen derzeit einige Neukundengespräche und ein Pitch für eine Imagekampagne. In Sachen Grafik läuft im September ein größeres Projekt für die IHK und das Projekt „Ab in die Mitte“ an. Außerdem plane ich mit zwei Kollegen ein Blog-Projekt.

Was tut Stefanie Bamberg abseits des Onlinelebens gerne?

Ich bin viel mit meinem Hund unterwegs. Da gelingt es mir abzuschalten und zu entspannen. Ansonsten habe ich gerade wieder Farben und Marker für mich entdeckt. Ich mag die japanische Kultur sehr und probiere mich da ein wenig aus. Und natürlich bin ich gerne mit Freunden unterwegs.

Wer oder was inspiriert dich – egal ob privat oder beruflich?

Konkret kann ich da gar nichts benennen. Ich versuche allerdings das Kind in mir nicht zu verlieren und ständig mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Dann klappt das von allein.

Steffi, herzlichen Dank für deine offenen Ansagen.

Stefanie Bamberg ist im Internet hier anzutreffen:

Blog: http://www.nom-nom.de
Facebook: http://www.facebook.com/stefanie.bamberg
Twitter: @LiebeundDetail
Google+: https://plus.google.com/103694745556202393625

Wie man selbst an der Interviewreihe teilnehmen kann, erfährt man hier.

 

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Kategorie: Online-PR-Interview

Über den Autor ()

Matthias ist der Gründer des Social-Media-Presseportals Pressehof. Er beschäftigt sich mit allen Themen rund um die Online-PR. Dazu zählen Social Media, Unternehmenskommunikation, Text, Bild, SEO-Grundlagen sowie Web- und Mobile-Apps. Im weiteren Sinn auch die allgemeine Entwicklung des Internets und seiner verschiedenen Zielgruppen.

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