Online-PR-Interview mit Frank-Michael Preuss

Frank-Michael Preuss

Frank-Michael Preuss: Es geht um einen langsamen aber nachhaltigen Aufbau des Images und der Außenwahrnehmung, bevor man mit buchhalterischen Zahlen arbeiten kann.

Gast des zweiten Online-PR-Interviews ist Frank-Michael Preuss aus Hannover. Der Coach und Xing-Gruppenmoderator ist Online-PR-Dienstleister aus Überzeugung. Leben, Arbeit, Freizeit: Frank-Michael Preuss gestaltet die Übergänge fließend. Er malt, fotografiert, stellt Werke aus und macht Musik. Die Möglichkeiten der Online-PR nutzt er für Kunden und sich selbst.

Wer sind Sie und was machen Sie beruflich?

Mein Name ist Frank-Michael Preuss und ich betreibe seit 1991 das Redaktionsbüro für Bild & Text. Das Redaktionsbüro übernimmt strategisch durchdachte und praxisnah geplante Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in Online- und Printmedien. Das beinhaltet das Schreiben von Pressemitteilungen, Recherchieren und Verfassen von PR-Texten und Fachartikeln sowie die Beratung hinsichtlich geeigneter Medien und den Aufbau eines geeigneten Presseverteilers. In den letzten Jahren sind vor allem die Bereiche Online-PR, Social Media und viele Bereiche der Neuen Medien mein Fokus geworden. Ich unterhalte eine vielfältige und weitreichende Informationsstruktur und erziele daher für meine platzierten Texte und Bilder eine hohe und zielgruppengerechte Verbreitung. Ich arbeite parallel als Coach und im Wissensmanagement für Unternehmer.

Was haben Sie vor zehn Jahren beruflich gemacht?

Das war ungefähr die Zeit, in der ich verstanden habe, dass die Neuen Medien erheblichen Einfluss auf unsere Gesellschaft haben werden und begonnen habe, mich dahingehend stärker zu engagieren. Während ich vorher sehr viel in Printmedien veröffentlicht hatte, war der Weg in die Online-PR logisch, da überall infrastrukturell ein erheblicher Wandel in der Kommunikation, in der Informationsgeschwindigkeit und in der Nutzung von Medien zu beobachten war. Die Nutzung der ersten Online-Presseportale, Foren und Blogs zeigte mir schnell die unglaublichen Möglichkeiten, die gerade im Entstehen waren.

Wie würden Sie Ihre beruflichen Stärken in drei Worten beschreiben?

Qualität, Authentizität und Spaß an der Sache.

Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus?

  • 07:00 – Am Schreibtisch, E-Mails werden gecheckt, Monitoring des vorangehenden Tages und mediale Auswirkungen.
  • 09:00 – Erste Texte entstehen, kleinere Mitteilungen werden veröffentlicht oder terminiert.
  • 10:00 – Veröffentlichen von Pressemitteilungen, Fachartikeln und/oder Rezensionen.
  • 13:00 – Die heilige Mittagszeit: Zeit zum Lesen von Büchern, die besprochen werden, Einlesen in Kundeninformationen, dringende Telefonate und Drängen auf Freigaben seitens der Kunden.
  • 15:00 – Weiteres Veröffentlichen von Informationen, Texten und Artikeln – je nach dem bis manchmal 20 Uhr und drüber.
  • 17:00 Erstes Monitoring des Tages und weiter zurück, erste Auswertungen und Erfolgsmeldungen an Kunden senden, Bürokram erledigen und wichtige Briefe vor 18 Uhr in die Post (sofern überhaupt noch analog).

Den ganzen Tag über finden Telefonate statt, es werden E-Mails beantwortet und es wird mit Kunden im In- und Ausland wird via Skype kommuniziert. Es kommt auch analoge Post, die sozusagen postwendend geöffnet und mit einbezogen wird, alles wird möglichst sofort erledigt. Was ich hasse, wenn sich die Arbeiten bei mir türmen, ich brauche viel Platz für alle Bücher, CDs, DVDs, gemalte Bilder und Gitarren, die mein Büro verschönern.

Über den ganzen Tag werden in den sozialen Medien immer wieder Nebenprodukte meiner Arbeit und auch meines privaten Schaffens eingestellt, wer mich kennt, sieht ja praktisch täglich diese ganz individuelle Mischung aus Texten, selbst geschossenen Fotos und selbst gemalten Bildern.

Ja, der Tag hört manchmal erst so richtig um 23 Uhr auf. In den dazwischen liegenden 14 Stunden habe ich in der Regel ganz ordentlich was zusammengebracht. Ich male allerdings oft auch mal eine Stunde oder übe Gitarre – ich lebe eine seit Jahren eine Work-Life-Balance, die mir gut tut und deren Frische in meine Arbeit mit einfließt.

Was bedeutet Online-PR für Sie?

Online-PR ist für mich eine Lebenshaltung. Die Kombination verschiedener Disziplinen und die unglaubliche Vielfalt technischer Möglichkeiten kann man nicht nebenbei machen. Immer wenn ich höre, dass die Online-PR in einem Unternehmen so quasi irgendjemand nebenbei machen soll, tut der mir wirklich leid. Das ist so nicht zu leisten oder nur mit gewaltigen Abstrichen. Ich beziehe meinen Job praktisch überall mit ein und lebe in ihn voll aus – das bedeutet immer vollen Einsatz und langfristigste Planung und größte Nachhaltigkeit in meinen Entscheidungen.

Welche Lösungen bieten Sie in Sachen Online-PR?

Ich biete quasi das gesamte Spektrum der Online-PR an, Spezialgebiete wie SEO oder Reputationsmanagement leiste ich über meine vernetzten Kooperationspartner (z. B. Abakus Internet Marketing oder die Revolvermänner GmbH). Ich habe durch zahlreiche strategische Kooperationen immer genau die Menschen um mich herum, die das können, was ich selber nicht vermag. So schreibt z. B. Tom M. Ruthemann viele Texte und ich kümmere mich um die Verbreitung. Mit ihm zusammen moderiere ich bei Xing auch die Gruppe Online-PR – http://www.xing.com/net/onlinepr – seit einiger Zeit, da laufen nun auch die ganzen Kontakte der Szene irgendwo wieder zusammen und geben sinnvolle Ergänzungen ab.

Worauf sollten Unternehmen bei der eigenen Online-PR unbedingt achten?

Das muss jemand machen, der wirklich Ahnung hat, sonst bleiben Erfolge lange aus, da man sehr viel Infrastruktur benötigt, um wirksam zu arbeiten. Er sollte auch ausschließlich Kommunikation machen und nicht noch im Vertrieb oder in der Lagerhalle rumturnen. Gleichzeitig sollte er aber auch wissen, was die Basis denkt, die Geschäftsführer und Vorstände sind oft schon zu abgehoben und fragen viel zu oft nach Messbarkeit und Return on Invest.

Das sind Dinge, die erst nach langer Zeit offensichtlich werden. Online-PR-Manager führen einene ständigen Kampf zwischen mehreren Abteilungen, die alle versuchen, möglichst schnell Erfolge zu erzielen. So funktioniert Online-PR aber nicht. Es geht um einen langsamen aber nachhaltigen Aufbau des Images und der Außenwahrnehmung, bevor man mit buchhalterischen Zahlen arbeiten kann.

Woran arbeiten Sie momentan?

Ich arbeite zusammen mit ca. zwei Dutzend Agenturen, Direktkunden und Einzelpersonen daran, deren Produkte, Dienstleistungen und Visionen bekannt zu machen.

Was tun Sie abseits des Onlinelebens gerne?

Wie gesagt, ich male Bilder, fotografiere, mache Musik und gehe mit diesen Dingen auch raus. Das heißt, ich mache Ausstellungen und gebe Konzerte – immer eingebunden in die Online-PR, da alle Aktivitäten auch wieder nach außen getragen werden.

Wer oder was inspiriert Sie – egal ob privat oder beruflich?

Mich inspirieren Menschen, die mit Elan und Mut in den Tag gehen. Die jeden Tag neu entscheiden können und denen es egal ist, wie andere unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft prognostizieren. Wie sagte bereits Buddha: „Wir werden uns verbessern und mutiger und aktiver werden, wenn wir es als richtig erkennen, auf das zu schauen, was wir nicht wissen.“

Vielen Dank für das interessante Interview.

Im Internet ist Frank-Michael Preuss hier zu finden:

Webseite: http://www.fmpreuss.de
Twitter: fmpreuss
Facebook: https://www.facebook.com/fmpreuss
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Kategorie: Online-PR-Interview

Über den Autor ()

Matthias ist der Gründer des Social-Media-Presseportals Pressehof. Er beschäftigt sich mit allen Themen rund um die Online-PR. Dazu zählen Social Media, Unternehmenskommunikation, Text, Bild, SEO-Grundlagen sowie Web- und Mobile-Apps. Im weiteren Sinn auch die allgemeine Entwicklung des Internets und seiner verschiedenen Zielgruppen.

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  1. Online-Nachrichten » Online-PR-Interview mit Frank-Michael Preuss | 13. Juli 2012

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