6 Überlebenstipps: Online-PR nach Facebook, Twitter und Google+

30. August 2012 | | 4 Kommentare mehr
Online-PR nach Facebook, Twitter und Google+

Online-PR nach Facebook, Twitter und Google+

Alarm in der Online-PR. Facebook wird dicht gemacht. Twitter laufen die Nutzer davon. Google kehrt zum antisozialen Algorithmus zurück und killt Google+. Aus die Maus mit Social Media in der Online-PR. Alles nur Fantasie? Die sechs Tipps der Online-PR-Praxis bereiten auf den Ernstfall vor. Sie zeigen, dass Social Media mehr ist als Google+, Facebook und Twitter.

Noch existieren die Megaplattformen. Noch lockt ihr Zauber millionenfach Nutzer an. Doch was wäre wenn? Was wäre, wenn Facebook, Twitter und Google+ nicht mehr existierten? Abwegig ist die Überlegung nicht. Gründe für den Untergang könnte es viele geben.

Das Kopfkino hilft:

These 1: Facebook kämpft gegen sich selbst und geht kaputt

Facebook bindet mehr als 900 Millionen Nutzer an sich. Die Plattform finanziert sich größtenteils durch Werbeeinnahmen. Weiterführende Geschäftsmodelle werden erst erprobt oder existieren nicht. Facebook versaute den Börsengang, die Aktie ist im Sinkflug.

Ein weiteres Problem ist die mobile Internetnutzung. Facebook muss einen Weg finden, seine Werbebotschaften auf die Smartphones und Tablets dieser Welt zu bringen. Bisher gelingt das eher schlecht als recht. Ungeliebte Dauerbaustelle ist der Datenschutz. Man mag das Thema lieben oder hassen: Facebook könnte es das Genick brechen.

These 2: Twitter kapselt sich ab und verliert Nutzer und Ökosystem

Twitter wurde wegen seiner Einfachheit und offenen Schnittstellen groß. Twitters API ermöglichte von Anfang an Automatisierung und Auswertung. Die Offenheit schuf indirekt viele kleine und große Twittertools und -dienste. Damit könnte bald Schluss sein. Der Microbloggingdienst reglementiert zurzeit die Nutzung seiner Schnittstellen neu. Dienste wie Golem berichteten bereits über Beschränkungen und neue Vorgaben für Twitteranwendungen. Als Folge könnte das Anwendungsökosystem rund um Twitter zusammenbrechen. Nutzer weg, Dienste kaputt: Twitter reglementiert sich selbst zum Pflegefall und stirbt.

These 3: Google+ wird wegen schwachbrüstiger Social Signals gekillt

Das vielfach totgesagte soziale Netzwerk Google+ wird geschlossen. Der Status der Geisterstadt und die Belange der Suchmaschine fordern ihren Tribut. Die einst hoch gelobten Social Signals erweisen sich als Rohrkrepierer. Daraufhin kehrt Google zu rein mathematischen und von Social Signals befreiten Rankingberechnungen zurück.

Das ist starker Tobak. Doch kein Panik, es sind nur Fantasien. Sie ermöglichen jedoch den Blick auf eine veränderte Online-Welt. Wichtig für Online-PR-Manager ist, zu erkennen, dass grundlegende Veränderungen jederzeit eintreten können. Sie werden nicht per Einschreiben angekündigt. Darauf sollte man vorbereitet sein. Reale Beispiele sind der Niedergang der deutschen VZ-Netzwerke und des einstigen Giganten MySpace.

Also gut: Was tun?

6 Überlebenstipps für die Social-Media-Welt

  1. Google+, Twitter und Facebook sind nicht der Nabel der Onlinewelt. Unter Umständen finden Sie Ihre Ziel- und Bedarfsgruppen auf anderen, viel kleineren Plattformen. Vorteil: Glasklare Themen, hochgradig spezialisierte und interessierte Nutzer, leichtere Ansprache.
  2. Halten Sie stets Augen und Ohren offen. Nur so können Sie neue Plattformen, Dienste und Möglichkeiten entdecken. Hilfreich sind gute Verbindungen auf unterschiedlichen Plattformen, Abonnements fachlich passender Blogs und Magazine oder gut gefüllte RSS-Reader.
  3. Testen Sie neue Social-Media-Dienste vorurteilsfrei. Behalten Sie dabei stets Ihre individuellen Anforderungen und Kommunikationsstrategien im Auge.
  4. Beurteilen Sie getestete Dienste objektiv. Stellen Sie sich dabei Fragen wie: Finden Sie dort Ihre Zielgruppe? Könnte Ihre Zielgruppe irgendwann dort auftauchen? Wer steckt hinter dem Projekt? Passt der Social-Media-Dienst zu Ihren Anforderungen? Mit welchem Aufwand lässt sich die neue Plattform in Ihre Kommunikationsstrategie integrieren?
  5. Legen Sie unpassende Social-Media-Dienste ad acta. Das spart Zeit und Geld.
  6. Hegen und pflegen Sie Ihre eigenen Internetangebote und Websites mit größter Sorgfalt. Sie waren, sind und bleiben Ihr größtes Kapital.

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Kategorie: Social Media

Über den Autor ()

Matthias ist der Gründer des Social-Media-Presseportals Pressehof. Er beschäftigt sich mit allen Themen rund um die Online-PR. Dazu zählen Social Media, Unternehmenskommunikation, Text, Bild, SEO-Grundlagen sowie Web- und Mobile-Apps. Im weiteren Sinn auch die allgemeine Entwicklung des Internets und seiner verschiedenen Zielgruppen.

Kommentare (4)

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  1. Markus Wendt sagt:

    Die Welt ist schnellebig. Kaum haben sich Unternehmen auf Facebook, Twitter und Co. leidlich eingestellt, kommt ein derartiger Beitrag. Doch das dargestellte Kopfkino ist realistischer als mancher denkt: Was ist geblieben vom außerirdischen Glanz von Facebook? Wie relevant ist das Gezwitscher auf Twitter für den Unternehmenserfolg wirklich? Hat Google+ die hoch gesteckten Erwartungen bisher auch nur annähernd erfüllt? – Die Antwort auf diese Fragen dürfte ernüchternd ausfallen. Um so wichtiger, dass Firmen sich bei ihrer Social Media-Strategie flexibel und offen zeigen. Eine einseitige Fixierung auf eines der genannten Medien wäre fatal. Daher sind die genannten Tipps durchaus anregend. Vor allem der letzte Punkt ist zu betonen: Das eigentliche Kapitals Ihres Unternehmens ist ihr eigenen Internetangebot. Verlassen Sie sich bloß nicht allein auf der großen Plattformen, sondern setzen Sie z.B. mit einem guten Blog und RSS-Feeds selbst die Akzente. Dann kann Ihnen die Willkür von Zuckerberg & Co künftig egal sein.

    • So ähnlich waren meine Grundgedanken, die zu dem Artikel führten. Wie oft sieht man, dass unglaublich viel Zeit (und Geld) in zum Beispiel Facebookkampagnen investiert wird. Steckten Unternehmen dieses Kapital in die Website, wäre meist mehr erreicht – für das Unternehmen.

  2. Derek Finke sagt:

    Passender Warnschuss zur rechten Zeit, würde ich sagen. Ich werde das Gefühl nicht los, dass der Social Hype in meinem privaten Umfeld rapide nachgelassen hat. Rannte alle Welt noch vor einem Jahr zu FB und dann zu G+, ist das deutlich ruhiger geworden. Auch das regelmäßige Posting hat enorm nachgelassen. Nur bei meinen Kontakten in USA ist nach wie vor Leben in der Bude.

    Aber ganz unabhängig davon kann ich mir gut vorstellen, dass die nähere Zukunft eher von kleineren, flexiblen und spezialisierten Netzwerken, als von den großen „wir können alles“-Anbietern beherrscht wird. Das wäre besser für den Wettbewerb und die Qualität der Angebote. Eine ähnliche Entwicklung ist bei den Suchmaschinen denkbar.

    • Ich denke, dass man einfach den objektiven Blick auf all die Möglichkeiten nicht verlieren sollte. Unternehmen sollten sich immer vergegenwärtigen, dass fremdbestimmte Systeme jederzeit den Bach hinunter gehen können.

      Wie sich alles entwickeln wird? Keine Ahnung ;-)

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